Jedes Jahr gibt die Gesellschaft den renommierten Jahresbericht heraus. Darin werden aktuelle Themen und Forschungen zum Legionslager und seiner Umgebung publiziert. Ebenfalls Platz haben Kurzberichte zu allen Ausgrabungen des letzten Jahres im Umfeld des Legionslagers.
Die älteren Jahresberichte sind unter e-periodica.ch elektronisch als pdf abrufbar (jeweils ein Jahr nach der Veröffentlichung).

© Kantonsarchäologie; Foto: Béla Polyvás
Der Jahresbericht 2024 ist gedruckt. Die Mitglieder der Gesellschaft haben ihn bereits per Post erhalten. Sie können den Jahresbericht direkt bei uns bestellen oder exklusiv von unserer Website downloaden:
Bodenfunde aus dem Aargau im Verzeichnis des Museums der Stadt Bern von 1846
Thomas von Graffenried
Das Inventarbuch des Bernischen Historischen Museums von 1846 – das «Verzeichniss der auf dem Museum der Stadt Bern aufbewahrten antiken Vasen und römisch-keltischen Alterthümer» – listet die archäologischen Objekte der Sammlung auf. Aufgeführt sind darin auch zahlreiche Objekte aus dem Kanton Aargau. Grösstenteils sind sie wohl über die Sammlung Franz Ludwig Hallers von Königsfelden an das Museum gelangt, der mit Vindonissa eng verbunden war und vor Ort geforscht hatte. Weitere Funde stammen von den Ausgrabungen in Oberkulm, die 1758 im Auftrag der Berner Regierung durchgeführt wurden. Zum Artikel.
Austernschalen aus Vindonissa und römische Wanddekorationen
Judith Fuchs
Zwei Austernschalen aus Vindonissa zeigen Mörtelspuren auf ihrer Aussenseite. Aufgrund von Vergleichen aus Avenches, Bümpliz, Carnac (F), Corsier, Oberkulm, Orbe, Pompeji (I), Trier (D) und Vallon werden sie als Bestandteile einer aufwendigenWanddekoration interpretiert.Der Fundkontext der einen Klappe macht wahrscheinlich, dass sie zur Ausstattung der Lagerthermen von Vindonissa gehörte. Mit der Datierung in die 2. Hälfte des 1. Jh. handelt es sich um ein frühes Beispiel dieser sonst nördlich der Alpen erst ab der 2. Hälfte des 2. Jh. belegten Wanddekorationen mit Muscheln. Sie finden sich meist in Thermen, Brunnen oder Nymphäen, also in Befunden mit einem Bezug zu Wasser. Zum Artikel.
Der römische Gutshof von Oberentfelden und sein Bronzegeschirr- und Werkzeugdepot
Christian Holliger
mit Beiträgen von Hugo W. Doppler, Regula Frei-Stolba, Christine Meyer-Freuler
Von frühtiberischer Zeit bis Mitte 4. Jh. war die villa rustica von Oberentfelden kontinuierlich, wenn auch unterschiedlich intensiv besiedelt. Die Anlage gehört zum axial-symmetrischen Typ. Ein Brand zerstörte nach 270 die Anlage. In die Brandschicht der pars rustica wurde später ein Westlandkessel eingegraben, gefüllt mit bronzenem Tafelgeschirr und Werkzeug zur Holzbearbeitung. Die Niederlegung erfolgte möglicherweise im Sommer 351. Danach wurde die Villa aufgegeben. Zum Artikel.
Ausgrabungen in Vindonissa im Jahr 2024
Jürgen Trumm
Die Kantonsarchäologie Aargau unternahm 2024 im Perimeter des römischen Vindonissa, auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Windisch, Brugg, Gebenstorf und Hausen, 19 Feldeinsätze in Form von Ausgrabungen, Baubegleitungen, Sondagen und geophysikalischen Prospektionen. Den Schwerpunkt der Arbeit bildete die Grossgrabung in Gebenstorf-Steinacher, die im Frühjahr 2024 begann und ohne Winterpause bis Mai 2025 fortgesetzt wird. Ab Herbst 2024 musste zudem bereits eine weitere Projektgrabung unmittelbar vor der Südumwehrung des Legionslagers vorbereitet und ein entsprechender Kreditantrag gestellt werden.Weitere Feldeinsätze betrafen die bislang nur schlecht bekannte spätrömische Befestigung auf dem Windischer Sporn sowie die nicht mehr Wasser führende, sog. tote römische Wasserleitung in Hausen bzw. Lupfig.
Wie seit Jahren wurden praktisch alle relevanten Erdeingriffe im Perimeter des antiken Vindonissa überwacht. Zum Artikel.
Restaurierungsarbeiten an den Monumenten von Vindonissa im Jahr 2024
Sven Straumann und Ulrich Willenberg
Im Jahr 2024 überwachte das Ressort Schutz/Erhalt/Fundstellen der Kantonsarchäologie Aargau mit einem systematischen Monitoring den Zustand der archäologischen Hinterlassenschaften im Perimeter des Legionslagers Vindonissa. Zu den kleineren Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten zählten erneut Arbeiten an den Mauerabschlüssen des Amphitheaters. Ein weiteres Augenmerk lag auf der Weiterentwicklung der Mörtelrezeptur und dem Evaluieren des künftigen Baustein-Materials. Als Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Sanierung eines Abschnitts der römisch-mittelalterlichen Wasserleitung wurde der darüberliegende Bewuchs gerodet. Den Abschluss des Berichtjahres bildete der jährliche Kontrollrundgang durch die Monumente des Legionärspfades Vindonissa. Zum Artikel.