Jahresbericht

Jedes Jahr gibt die Gesellschaft den renommierten Jahresbericht heraus. Darin werden aktuelle Themen und Forschungen zum Legionslager und seiner Umgebung publiziert. Ebenfalls Platz haben Kurzberichte zu allen Ausgrabungen des letzten Jahres im Umfeld des Legionslagers.

Die älteren Jahresberichte sind unter e-periodica.ch elektronisch als pdf abrufbar (jeweils ein Jahr nach der Veröffentlichung).

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© Kantonsarchäologie; Foto: Béla Polyvás

Der Jahresbericht 2016 ist gedruckt. Im bisher umfangreichsten Band der Reihe finden Sie auf 141 Seiten neue Erkenntnisse und Berichte aus der Erforschung von Vindonissa und seinem Umland. Die Mitglieder der Gesellschaft haben den Jahresbericht 2016 bereits per Post erhalten. Sie können den Jahresbericht direkt beim Vindonissa-Museum bestellen oder exklusiv ab dem 21.10. von unserer Homepage downloaden:

 

Zwei Sonnenuhren aus Vindonissa – archäologisch, archivalisch und astronomisch betrachtet (Hannes Flück und Rita Gautschy)

Nicht nur heute rennen wir der Zeit hinterher – bereits die Römer unterteilten ihren Tag in Stunden, weil es für viele Bereiche des Lebens nötig war. Zur Anzeige der Zeit dienten unter anderem Sonnenuhren. Die beiden bisher in Vindonissa geborgenen Exemplare legt das Autorenteam detailliert vor. So stellen sie den archäologischen Kontext vor, rekapitulieren die Geschichte des einen, seit 1910 in der Sammlung der Gesellschaft Pro Vindonissa befindlichen Stückes und diskutieren die Deutung der beiden Objekte als Sonnenuhren. Die astronomische Beurteilung ist nicht nur für Sonnenuhrenfreaks interessant. Zum Artikel.

 

Fragment eines grossformatigen Architekturteils mit Flechtwerkdekor aus Brugg-Altenburg (Kathrin Roth-Rubi)

In einem Garten in Brugg-Altenburg kam 1938 ein Architekturteil zum Vorschein, das hernach verschiedentlich als «karolingisch» bezeichnet wurde. Als «grossformatig – dicht gedrängt – netzartig die Oberfläche überziehend» umschreibt die Autorin das Objekt. Und diese Charakteristika passen so gar nicht in die karolingische Zeit. Die Autorin legt das Objekt detailliert vor und erbringt einen neuen Datierungsansatz. Durch Vergleiche mit anderen Architekturteilen erläutert sie, weshalb das Objekt nicht aus sakralem Ambiente stammt. Zum Artikel.

 

Überlegungen zum früh- und hochmittelalterlichen Windisch (6.−13. Jahrhundert) (Helmut Maurer)

Eine Inschrift, seit dem 16. Jahrhundert eingemauert in der Aussenwand der Kirche in Windisch, nennt einen Bischof VRSINOS EBESCVBVS. Das Zeugnis entfachte seit jeher Spekulationen um einen möglichen merowingerzeitlichen Bischofssitz in Vindonissa. Weshalb ein solcher vermutlich nie bestanden hat, erläutert der Autor in seinen Überlegungen zum früh- und hochmittelalterlichen Windisch. Wo die älteste Pfarrkirche von Windisch lokalisiert war, wird ebenso diskutiert wie die Frage nach den möglichen Erbauern. Ein hochspannender, zu Diskussionen anregender Beitrag. Zum Artikel.

 

Neue Forschungen zum spätantiken Hochrhein-Limes im Kanton Aargau II. Der spätantike Wachturm und die karolingisch-ottonische Toranlage Riburg/Bürkli in Möhlin (Peter-A. Schwarz u.a.)

Die Reihe um die spätantiken Wachtürme am Rhein setzt sich fort. Als Burgruine Rhyburg ist die Anlage bei Möhlin bereits auf der Michaeliskarte von 1837−1843 verzeichnet. Die Geschichte der Erforschung dieser Anlage erzählt das Autorenteam mittels zahlreichen Plänen und Archivdokumenten nach. Die Ergebnisse der Feldarbeiten 2014 liefern ein präzises Bild des Befundes und bringen Ordnung in die chronologische Abfolge der einstigen Bauwerke. So ergeben sich neue Erkenntnisse zur Nutzung des Bürkli in der Spätantike und der karolingisch-ottonischen Zeit. Zum Artikel.

 

Semper aliquid haeret – Es bleibt immer etwas hängen. Eine Untersuchung zur Ausstellung «Furius Constructor baut ein Legionslager» im Vindonissa Museum in Brugg (Christian Mathis, Eva Oliveira, Bettina Melzian)

Eine archäologische Ausstellung ohne Fundobjekte – ist das möglich? Die Ausstellung «Furius Constructor baut ein Legionslager» im Vindonissa Museum zeigte, dass genau dies möglich ist. Mit Lego-Steinen bauten Besucherinnen und Besucher unter Anleitung ein römisches Legionslager Stück für Stück nach. Die Ausstellung war ein Erfolg. Und zog natürlich vor allem Kinder an. Doch haben sie auch etwas mitgenommen, etwas gelernt in der Ausstellung? Der Artikel erklärt die Theorie hinter dem Lernen im Museum, stellt Idee und Konzept der Ausstellung vor und reflektiert die Herausforderungen, die eine solche Ausstellung bot. Eine empirische Untersuchung brachte in Erfahrung, ob denn auch wirklich etwas hängen blieb. Zum Artikel.

 

Tätigkeitsbericht zum Archiv der Gesellschaft Pro Vindonissa (Thomas von Graffenried)

Aus dem Jahre 1773 stammt das älteste Dokument des Archivs der Gesellschaft Pro Vindonissa. Das Archiv enthält im Weiteren zahlreiche Dokumente aus über 100 Jahren Forschungstätigkeit. Eine enorme Herausforderung! Thomas von Graffenried hat als Archivar der Gesellschaft die wertvollen Dokumente in den letzten Jahren in eine Ordnung gebracht und zugänglich gemacht. Er berichtet im Artikel ausführlich über diese Arbeit. So wurden zum Beispiel grosse Teile des Archivs einer sogenannten Massenentsäuerung unterzogen, die die Dokumente für die Zukunft nachhaltig haltbar machen. Ausserdem erfahren wir im Bericht vieles über die Geschichte der Gesellschaft, die im Laufe Ihres Bestehens mit nicht weniger als sieben Bundesräten in Kontakt kam. Zum Artikel.