Jahresbericht

Jedes Jahr gibt die Gesellschaft den renommierten Jahresbericht heraus. Darin werden aktuelle Themen und Forschungen zum Legionslager und seiner Umgebung publiziert. Ebenfalls Platz haben Kurzberichte zu allen Ausgrabungen des letzten Jahres im Umfeld des Legionslagers.

Die älteren Jahresberichte sind unter e-periodica.ch elektronisch als pdf abrufbar (jeweils ein Jahr nach der Veröffentlichung).

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© Kantonsarchäologie; Foto: Béla Polyvás

Der Jahresbericht 2019 ist gedruckt. Die Mitglieder der Gesellschaft haben den Jahresbericht 2019 bereits per Post erhalten. Sie können den Jahresbericht direkt bei uns bestellen oder exklusiv ab dem von unserer Homepage downloaden:

Einzelgräber und Skelettfunde aus Vindonissa: Archäologie, Anthropologie, Aufbewahrung (Jürgen Trumm, Viera Trancik Petitpierre und Regine Fellmann Brogli)

Bei Ausgrabungen in Vindonissa fand und findet man immer wieder menschliche Skelette oder Skelettteile, einzeln oder in kleinen Gruppen. Viele von ihnen waren mangels Beifunden bislang nicht datiert. Für vorliegenden Aufsatz wurden zahlreiche Skelette im Sammlungsbestand ermittelt, erstmals C14-datiert und anthropologisch untersucht. Das zeitliche Spektrum beginnt in der Spätlatènezeit und hat einen deutlichen Schwerpunkt in der mittleren und späten römischen Kaiserzeit. Ein 1985 entdecktes Massengrab lässt sich nun sicher dieser Zeitspanne zuordnen. Skelettfunde aus der Neuzeit könnten mit den Koalitionskriegen der napoleonischen Zeit zusammenhängen. Zum Artikel.

Bauen über den Bädern – Einblick in die Entwicklung der Hangbebauung von Aquae Helveticae (Baden AG). Teilauswertung der Grabung Dependance Ochsen/B.009.5 (Erik Martin)

Im Rahmen der Ausgrabung Baden-Dependance Ochsen (B.009.5) konnte in den Jahren 2009 und 2010 im Vicus von Aquae Helveticae (Baden AG) erstmals ein Teil des Abhangs zwischen Zivilsiedlung und Thermenviertel archäologisch untersucht werden. Dadurch konnten Erkenntnisse zur Nutzung dieses Bereichs gewonnen werden. Die Überbauung des Abhangs mit mehreren aufwendig terrassierten Steingebäuden beginnt in spätneronischer Zeit. Um die Wende zum 2. Jh. n. Chr. erreicht die Hangbebauung ihren maximalen Ausbaustand. Während des 2. Jh. n. Chr. sind in den Gebäuden Umbauarbeiten, aber auch zunehmend Hinweise auf eine Auflassung festzustellen. In einem der aufgelassenen Gebäude wird im frühen 3. Jh. n. Chr. eine Schmiede eingerichtet. Die Nutzung des Hanges endet kurz nach 260 n. Chr. mit der Zerstörung des letzten Gebäudes durch ein Schadfeuer. Aus dem Keller des Gebäudes konnten zwei ungestörte Fundensembles aus der Zeit des Brandes geborgen und vorgelegt werden. Zum Artikel.

Neue Forschungen zum spätantiken Hochrhein-Limes im Kanton Aargau IV. Die Kleinfestung Wallbach-Stelli und andere spätantike Wehranlagen in Wallbach (Valentin Häseli und Peter-A. Schwarz)

Auf dem Gebiet der Gemeinde Wallbach befinden sich Überreste von insgesamt drei spätantiken Wehranlagen. Im Fall der Kleinfestung Wallbach-Stelli lieferten Archivrecherchen und die im Vorfeld der 2019 abgeschlossenen Sanierung des in situ konservierten Mauerwerks durchgeführten Bauuntersuchungen neue Informationen zur Bautechnik, zum Bauablauf und zur architektonischen Ausgestaltung des Aufgehenden. Im Fall der beiden heute nicht mehr sichtbaren Wachtürme Wallbach-Dorf und Wallbach-Unter der Halde haben Archivrecherchen sowie verschiedene archäologische Untersuchungen, die in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt wurden, weitere Hinweise zur (Bau-)Geschichte der beiden Wehranlagen geliefert. Zum Artikel.

Ausgrabungen in Vindonissa im Jahr 2019 (Jürgen Trumm, mit Beiträgen von Manuel Buess und Pirmin Koch)

Der Rückblick auf die Feldarbeiten 2019 in Vindonissa umfasst 15 Einsätze auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Windisch, Brugg, Hausen und Gebenstorf. Die Ausgrabungen, Sondagen, Baubegleitungen und geophysikalischen Prospektionen betrafen das Legionslager des 1. Jh. sowie die umgebenden Zivilsiedlungen, Gräberfelder und Wasserleitungen. Besonders wichtig war die erneute Untersuchung einer bereits in den 1930er-Jahren untersuchten Fläche im Nordosten des Legionslagers. Der seinerzeit dort erstmals festgestellte Spitzgraben eines frühen Truppenlagers konnte zusammen mit einer Holz-Erde-Befestigung südlich davon nunmehr wesentlich detaillierter dokumentiert werden. Mit dem erstmaligen Nachweis eines Tores dieser frühen Befestigung ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Innengliederung des wohl in frühtiberischer Zeit angelegten Truppenlagers gewonnen. Eine weitere, erstmals als Feldkurs für interessierte Freiwillige durchgeführte Sondagegrabung in Gebenstorf-Vogelsang erbrachte den sicheren Nachweis einer ausgedehnten römischen Siedlungsstelle des 1. Jh. Diese Fundstelle extra leugam, also ca. 2,2 km östlich des Legionslagers, ist somit, nach wenig beachteten Fundmeldungen der Vergangenheit, wieder in den Fokus der Forschung gerückt. Weit nach Südosten, in die heutige Türkei, führt schliesslich der Fund einer bemerkenswerten Münze, die vor 1900 Jahren in der kleinasiatischen Stadt Ephesos geprägt wurde. Zum Artikel.